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Du gestaltest gerade eine Visitenkarte, Maße dafür hast Du aber keine? Kein Problem. In diesem Artikel erfährst Du alles, was Du darüber wissen musst. Es ist wichtig, dass Du ein paar Dinge bei der Anlage berücksichtigst – bitte lies deshalb alles, bevor Du beginnst, eine Visitenkarte zu entwerfen.

Das Maß für eine Visitenkarte ist nicht standardisiert. Es gibt daher kein DIN – Maß, wie das bei anderen Druckprodukten der Fall sein kann. Dennoch ist Dir sicher aufgefallen, dass die meisten Visitenkarten eine ähnliche Größe haben. Es gibt nämlich durchaus übliche Formate. Das kommt daher, dass sich bestimmte Maße etablieren konnten, weil sie sich im Alltag bewährt haben. Die am weitesten verbreiteten Formate passen in gängige Portemonnaies, Hemdtaschen und in die Einstecktaschen für Scheck- Kredit- und Bankkarten in Handyhüllen. Aber auch Filofax, Rolodex und weitere System zur Ablage sind auf die Standardgrößen ausgerichtet.

Warum Deine Visitenkarte dennoch nicht immer das übliche Maß haben muss und was es sonst noch für Formate gibt, schauen wir uns später an.

Zunächst werfen wir aber mal einen Blick auf das Standard-Format:

In Europa hat sich in vielen Ländern eine Breite von 85 mm und eine Höhe von 55 mm durchgesetzt.

Aber nicht überall: In Schweden, Norwegen und Dänemark liegt das Standard-Maß wie in Australien bei 90 mm x 55 mm.

In den USA und in Kanada hingegen gibt es das übliche Maß von 88,9 mm x 50,8 mm. Sie sind dort also deutlich länglicher. Andere Länder, andere Sitten – das gilt offensichtlich auch für Visitenkarten!

Deutschland, England, Frankreich, Italien, Niederlande, Schweiz, Spanien
85 x 55 mm; Seitenverhältnis 1 : 1,55

USA, Kanada
88,9 x 50,8 mm; Seitenverhältnis 1 : 1,75

Australien, Schweden, Norwegen, Dänemark
90 x 55 mm; Seitenverhältnis 1 : 1,64

Argentinien, Russland, Finnland, Ungarn, Polen, Rumänien
90 x 50 mm; Seitenverhältnis 1 : 1,8

Hong Kong
90 x 54 mm; Seitenverhältnis 1 : 1,67

Japan
91 x 55 mm; Seitenverhältnis 1 : 1,65

Sonderformat Quadrat
55 x 55 mm; Seitenverhältnis 1 : 1

Sonderformat runde Ecken
85 x 55 mm; Seitenverhältnis 1 : 1,55

Quelle: Wikipedia

 

Beschnittzugabe und Sicherheitsabstand

Du könntest jetzt auf die Idee kommen, einfach eine Datei im Format 85 mm x 55 mm zu erstellen, Deine Kontaktdaten und ein paar grafische Elemente zu platzieren und das Ganze zum Beispiel bei einer Onlinedruckerei drucken zu lassen. STOP! So wird es im Regelfall nicht funktionieren.

Das Endformat Deiner Visitenkarte ist ein anderes als das Deiner Druckdatei!

Warum das so ist, erkläre ich Dir an einem ganz einfachen Beispiel:

Nimm ein Blatt weißes Papier und zeichne ein Rechteck darauf. Male dieses Rechteck dann bunt aus. Zum Schluß schneidest Du es entlang seiner Kanten aus. Egal, wie präzise Du gemalt hast, irgendwo am Rand blitzt mit hoher Wahrscheinlichkeit noch ein bisschen Weiß hindurch. Das kann auch passieren, wenn eine Profi-Maschine das Blatt bedruckt. Wenn Du nun ein zweites Rechteck zeichnest und es ausmalst, die Farbe diesmal aber über den Randes hinaus aufträgst und das Rechteck dann entlang des Rand ausschneidest, ist die Gefahr weißer Stellen viel geringer.

Beschnittzugabe

Deshalb gibt es für Visitenkarten die sogenannte Beschnittzugabe – auch hier wird sozusagen über das endgültige Format beziehungsweise über die Beschnittlinie hinaus „gemalt“. Besonders wichtig ist das natürlich immer dann, wenn der Hintergrund der Visitenkarte nicht weiß, sondern farbig ist. Aber selbst, wenn er weiß ist, verlangen die Druckereien, dass Du die Vorgaben für die Beschnittzugabe einhältst.

 

Sicherheitsabstand

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Sicherheitsabstand. Wenn Du Dein Rechteck mit der Schere ausgeschnitten hast, wirst Du bemerkt haben, dass Du nicht immer zu 100% auf der Randlinie geschnitten hast, sondern auch schon mal einen Millimeter recht oder links daneben.
Das kann in einer professionellen Druckerei auch passieren! Daher werden wichtige Elemente wie Texte oder Bilder nicht zu nah am Rand platziert, so dass nichts Wichtiges aus Versehen abgeschnitten werden kann. Der umlaufende Rand, der frei bleiben muss, wird mit dem Sicherheitsabstand angegeben.

Visitenkartenformat und Maße

Sicherheitsabstand und Beschnittzugabe von Visitenkarten

Das Bild gibt Dir einen Überblick über das Ganze. Du kannst es Dir hier auch als PDF herunterladen.

Wie genau das alles funktioniert und worauf Du sonst noch achten solltest, um Visitenkarten in perfekter Qualität zu erhalten, zeige ich bald in einem eigens dafür erstellten, kostenlosen Tutorial. Schau also bald wieder vorbei! Bis dahin gibt es hier ein kleines Video, dass die Gestaltung von Visitenkarten verdeutlicht:

 

Originelle Visitenkarte : Maße mal anders

Wie erwähnt musst Du Dich nicht an das Standard-Maß für Visitenkarten halten – Du darfst also gerne kreativ sein! Warum? Weil Standard ja irgendwie auch ziemlich langweilig sein kann. Natürlich  kommt es auf Deine Branche an – in eher konservativen Bereichen wie Versicherung, Finanzen und Medizin ist das Standard-Format sicherlich angebracht.

In anderen Fällen jedoch darf eine Visitenkarte auch gerne mal überraschen! Es gibt quadratische Karten zum Beispiel mit den Maßen 55 mm x 55 mm. Viele Druckereien lassen auch Wunschmaße zu. Auch runde, sternförmige oder sonst wie geartete Visitenkarten sind möglich – hier benötigst Du aber besonderes Fingerspitzengefühl.

Vorteile besonderer Formate

Eine besondere Karte fällt auf und geht nicht im Visitenkartenregen unter.
Selbst, wenn der Empfänger sie gerade nicht zur Hand hat, wird er sich eher an sie erinnern. Außerdem kannst Du damit auf einfache Weise eine persönliche Note zeigen.
Das ist ein Punkt, den ich persönlich ganz besonders wichtig finde – nur wenn Du Dich glasklar positionierst und von den anderen abhebst, trittst Du aus der Masse heraus.

Ein weiterer Vorteil ist gleichzeitig ein möglicher Nachteil: Visitenkarten in besonderen Formaten kann der Empfänger nicht einfach so weg stecken. Sie passen nicht in die gängigen Visitenkartenetuis oder Portemonnaies. Wenn sie wirklich gut gemacht sind, landen sie daher oftmals auf dem Schreibtisch, wo sie ständig im Blickfeld sind.

Nachteile besonderer Formate

Letzteres kann wie erwähnt aber auch zum Nachteil werden. Wenn die Karte nämlich nicht gut gemacht ist und aufgrund ihres Formates nirgendwo abgeheftet werden kann, landet sie möglicherweise an Orten, wo sie nie wieder angesehen wird. Schlimmstenfalls in der Ablage P wie Papierkorb.

Zudem kann eine extravagante Karte auch schon mal auf Widerwillen stoßen, wenn sie dem Empfänger zu „wichtigtuerisch, unbescheiden oder unkonform“ ist.
Hier musst Du für Dich entscheiden, ob Du dieses Risiko lieber meiden möchtest oder klare Kante zeigst. Möglicherweise ist jemand, der kein bisschen vom Standard abweichen mag oder es Dir übel nimmt, wenn Du es tust, ja nicht der richtige Geschäftspartner für Dich?

Du hörst sicher schon heraus, wie ich dazu stehe:

Auffallen ist nicht alles, aber wer gar nicht auffällt, fällt durch.

 

Das Gewicht bzw. die Grammatur

Die Maße der Visitenkarten wirken sich natürlich auch auf ihr Gewicht aus. Damit man nicht für jedes Format und jede Papierdicke unterschiedliche Gewichte angeben muss, wird meist die Grammatur angegeben. Sie gibt an, wie schwer 1 Quadratmeter des ausgewählten Papiers ist. Eine Grammatur von 400g/qm besagt also, dass ein Bogen des Papiers in der Größe 1m x 1m 400g wiegen würde.
Wir schwer die einzelne Visitenkarte am Ende ist, hängt wiederum von ihrem Format ab. So beträgt das Gewicht einer Visitenkarte im Standardmaß 85 mm x 55 mm etwa 1,87 Gramm.

Während es Flyer schon in Grammaturen unter 100g/qm gibt, sind sie bei Visitenkarten meist höher, weil eine gewisse Steifheit wichtig ist.

Die meisten unserer Kunden, für die wir das Design ihrer Karten erstellen, wählen eine Papierstärke von 400g, was einen hochwertigen Eindruck macht.

Die Druckerei gibt das Dateiformat vor

Wie auch immer Du Dich entscheidest, die Druckerei Deiner Wahl hat aus den oben geschilderten Gründen ein Wörtchen mitzureden. Deshalb solltest Du so vorgehen:

1. Entscheide Dich für ein Format oder ein Maß für deine Visitenkarte.

2. Suche Dir eine Druckerei, die dieses Format anbietet.

3. Frage nach Beschnittzugabe und Sicherheitsabstand. Bei Online-Druckereien wie Flyeralarm, Vistaprint oder WIRmachenDRUCK gibt es in der Regel ein Datenblatt zu jedem Artikel, auf dem Du alle wichtigen Angaben findest (auch zu Dingen wie dem richtigen Farbprofil und dem benötigten Dateiformat).

4. Erstelle Deine Druckdatei in einem entsprechenden Programm und reiche sie der Druckerei ein. Wenn es angeboten wird, solltest Du gerade am Anfang unbedingt einen Datencheck machen lassen. Der kostet zwar in der Regel extra, ist aber jeden Cent wert, wenn Du auf böse Überraschungen verzichten willst.

Ich wünsche Dir viel Spaß bei der kreativen Gestaltung von Visitenkarten!