Mad Content Marketing – Was Du von Mad Max lernen kannst

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Zugegeben. Einen Film als Beispiel für herausragendes Content Marketing zu nehmen, ist schon gewagt. Einen Film wie Mad Max zu nehmen, ist schon fast mad, also verrückt. „Was?“, werden da manche staunen.
Content? Inhalt? Wo denn? Ist das nicht nur reißerisches Schaukino ohne große Aussage?

Ja und nein. Es kommt darauf an, wie man den Film sieht.
Und wer ihn sieht.

Regisseur Miller hat es geschafft, die gleiche Story so zu erzählen, das verschiedene Personen einen völlig unterschiedlichen Film sehen können. Und es oftmals nichtmal merken. Und alle damit happy sind. 6 Oscars für einen dermaßen abgedrehten Film kommen nicht von ungefähr.

Content Marketing – oder auch „gähn“

Content Marketing – das Zauberwort schlechthin in aller Munde.
Nichts ginge daran vorbei, heißt es.
Jeder müsse es nutzen, wenn er im Internet – aber auch abseits davon – bestehen wolle.
So liest man. Überall.
Seit einiger Zeit kommt hinzu, dass Content für verschiedene Kanäle aufbereitet werden müsse. Als Artikel, als Geschichte, als Video, als Infografik.

Wer auch nur einen einzigen einschlägigen Newsletter abonniert hat, wird es dutzendfach gelesen haben. Wer gleich mehrere abonniert hat, wird festgestellt haben, dass die wenigsten Autoren in ihren Artikeln über Content Marketing auch nur eine einzige der angepriesenen Vorgehensweisen selbst umsetzen und sie irgendwie alle gleich klingen.

Es ist ja auch nicht einfach.
Content heißt Inhalt und in diesem Zusammenhang Inhalt, der begeistert. Dem Leser einen absoluten Mehrwert verschafft. Also werden Infos zusammengestellt. Überschriften nach dem bewährten „Die 10 besten Tipps…“ gestaltet.
Und am Ende wundert sich der Autor, dass die Resonanz ausbleibt. Warum? Weil Menschen nicht nur von nüchternem Inhalt, sondern auch oder ganz besonders von Leidenschaft berührt werden.

Ist nicht bei jedem Thema machbar? Mag sein. Aber es kommt ja auch mehr darauf an, wie der Verfasser sein Thema lebt.

Mad Max – Fury Road als Lehrstück für Content Marketing

Wobei wir beim Thema sind.
Regisseur George Miller hat seinen Film nicht gedreht – er hat ihn regelrecht gelebt. Zelebriert. Gefeiert.
Deshalb ist Mad Max – Fury Road – obwohl schon aus 2015 – einen näheren Blick unter der Perspektive „Content Marketing“ wert. Gleich vorweg – Du musst den Film nicht mögen, um daraus etwas für Dich und Dein Content Marketing oder Dein Storytelling abzuleiten. Also, was hat es auf sich mit der Fury Road?

Mehrere Zielgruppen auf mehreren Ebenen

Für den einen ist es ein Actionreißer ohne Gleichen, ein Männerfilm mit Autos, Explosionen, halbnackten Frauen.

Für Film-Nostalgiker und Genre-Fans ist es die Fortführung der Geschichte einer Ikone und die filmische Umsetzung dessen, was damals – in den 1980er Jahren – noch fehlte. Für Filmschaffende ist es ein Lehrstück in Kameraführung, Schnitt, Farbwahl, Bildsprache. Dieser Film setzt Maßstäbe – auch weil fast alles echt ist, ohne viele CGI-Effekte.

Und unter der Oberfläche liegt die Story, die so unaufdringlich ist, dass nur der sie sieht, der sich darauf einlassen will.
Letztendlich ist es auch ein Film über die Kraft der Weiblichkeit. Wenn die mitwirkenden Damen zum ersten Mal auftauchen, denkt man schnell: “Ja, passt. Typisch Männerfilm. Alle sind verdreckt bis in die Haarspitzen und die Ladies stehen in blütenweisse, winzige Fetzen gekleidet wie eine Fatamorgana mitten in der Wüste.“
Soviel Plattheit hätte man einem heutigen Film kaum noch zugetraut.

Und dann wandelt sich die Rolle der Frauen – und es ist nicht die x-te Wandlung eines hilflosen Mädchens zur bis an die Zähne bewaffneten Amazone.
Die Wandlungen sind subtil, die Aussagen auch und doch sind es eindeutig die Frauen, die die Hoffnung auf eine Zukunft in einer kaputten Welt in sich tragen. Bildlich und im übertragenen Sinn. Und den Mut dafür haben. Insofern ist dieser Männerfilm tatsächlich auch ein Frauenfilm. Und das muss keinen Mann stören – denn wenn er es nicht bemerken will, muss er es nicht und es wird ihm nicht einmal auffallen. Der Film funktioniert trotzdem.

Miller erzählt verschiedene Versionen einer Geschichte für verschiedene Zielgruppen gleichzeitig. Das geht nur auf mehreren Ebenen und nur wenn man sich darauf verlässt, dass die jeweilige Zielgruppe das von selbst feststellt, ohne dass man es ihr schulmeisterhaft einbläut.

Wie macht er das? Jede Ebene für sich ist detailliert angelegt, nichts ist Zufall, alles ist durchdacht und durchgeplant. Aber keine Ebene wirkt gewollt oder verkrampft. Irgendjemand versteht es vielleicht nicht? Egal. Nicht alle mögen es? So what!

Das für Dein eigenes Content Marketing umzusetzen ist sicherlich eine Herausforderung. Die Königsdisziplin. Und es geht auch eigentlich nur mit Geschichten. In der Tat reicht es nicht, die üblichen „ich erklär dann mal…“ – Artikel zu schreiben. Du brauchst eine Story, die alles – die Artikel, Infografiken, Podcasts, usw. – zusammenhält. Die Geschichte hinter den Geschichten. Deine Geschichte.

– Was kannst Du daraus ableiten?

Wer sich traut, zu polarisieren, zu rebellieren, gegen Konventionen zu handeln, der muss es sich leisten können – so die landläufige Meinung.

Das macht interessant. Das wird heimlich bewundert –  egal, ob man die Sache „an sich“ mag. Denn wie oft erwischt man man sich selbst dabei, Everybody´s Darling sein zu wollen – und am Ende doch nur der ewige Fool zu sein.

Polarisierung – bzw. der Mut, den man dazu braucht – erzeugt Aufmerksamkeit. Die ist nicht immer positiver Natur. Na und? Du musst nicht von jedem geliebt werden.

Aber Du solltest wahrgenommen werden, nur dann wird das, was Du zu sagen hast, auch gehört. Und dann können es auch die hören, die es verstehen.

Kritik und Kopfschütteln musst Du natürlich aushalten können. Das musste auch dieser Film & sein Regisseur. Und dennoch hat er es zu 6 Oscars gebracht. Was nicht immer etwas heißen muss – viele tolle Filme erhalten gar keine Preise. Dennoch ist genau die Tatsache, dass etwas so Verrücktes, Nonkonformes wie Fury Road es schaffst, einen solch konservativen Filmpreis gleich 6 Mal abzustauben, das Herausragende, Erstaunliche. MAD eben!

Authentizität

Aber es geht um noch viel mehr. Darum, echt zusein. Um Authentizität.
Und die macht sich nicht abhängig vom Beifall aller anderen.
Viele wollen aber genau das: alle erreichen.
Miller hingegen konzentriert sich augenscheinlich auf die Haupt-Zielgruppe, die er ohnehin hatte und macht das so fulminant, dass es auch viele derjenigen mitreisst, die mit reinen Actionfilmen eigentlich nichts anfangen können. Zusätzlich bietet er komplexere Erzählebenen für jene außerhalb seiner Zielgruppe, die offen genug sind, ohne Vorurteile seinen Film anzuschauen. Aber er biedert sich im Gegensatz zu vielen anderen Regisseuren nicht damit an, nur weil es sich für heutige Hollywoodfilme so gehört, bestimmte politisch korrekte Themen einzuflechten.

Man muss einfach den Hut ziehen vor einem 70 jährigen, der die Riege der jungen Action-Regisseure ausnahmslos auf die Ersatzbank schickt – und das auch noch mit handgemachten Stunts und echten Autos. Fast ohne Bluescreen, fast ohne Computertricks.

Dieses Echte ist es, was man dem Film anmerkt.

Dabei springt einen die Leidenschaft des Regisseurs buchstäblich an. Man merkt die diebische Freude, die er am Erschaffen hatte, in jeder Sekunde. Man sieht förmlich, wie sein inneres Kind, zu dem er offensichtlich einen guten Draht hat, sich auf der Leinwand austobt.

Wenn ein völlig irrer E-Gitarrist in absurder Verkleidung vor einen Monstertruck geschnallt wird und die Schlachten in der Wüste live und wie von Sinnen mit röhrendem Rock beschallt, ist das nicht nur seltsam. Es ist völlig verrückt. Überzogen. Fast schon lächerlich. Und genau deshalb funktioniert es. So etwas fällt einem nicht ein, weil man perfekte Drehbücher für die größtmögliche Zielgruppe schreibt. So etwas fällt einem ein, weil man völlig begeistert ist von dem was man da tut. Weil die Phantasie mit einem durchbrennt. Und man sich traut, das zuzulassen.

– Was heißt das für Dein Content Marketing?

Sei so echt, wie Du nur sein kannst.
Hab Spaß an dem, was Du tust und schiele nicht von vornherein nur auf Klicks, Besucherzahlen, Kunden. Wenn Du manche damit verprellst, dann ist das so. Dann waren sie niemals auch nur in der Nähe Deiner Zielgruppe.
Aber Du kannst eben nur überragend gut sein, wenn Du wie Miller eine diebische Freude verspürst bei dem, was Du tust. Wenn Du lichterloh brennst für Deine Themen, Dein Business, Dein Blog. Und mach es auf Deine Weise! Nur, weil andere es anders machen, heißt das nicht, dass das DEIN Weg ist.
Geh den einen speziellen Weg, auf dem Du jeden Schritt liebst, den Du zurücklegst.

Unterhaltung

Natürlich ist es die Hauptaufgabe der meisten Filme, zu unterhalten. Deshalb geht man ins Kino. Man will lachen, weinen, sich ängstigen, sich ver- und entlieben –  kurz gesagt, Nervenkitzel. Ein Film, der nicht irgendeines unserer Emotionssysteme berührt, versagt. Gleiches gilt auch fürs Content Marketing.

Egal, wie toll die Informationen sind, die Du bietest – sie müssen in der der Lage sein, zu unterhalten. Sie müssen die Phantasie anregen, die Emotionen treffen. Zumindest müssen sie Spass machen.
Selbst eine langweilige Schritt-für-Schritt-Anleitung kann das erreichen – indem sie nicht trocken, sondern gefällig geschrieben und bebildert ist und ein garantiertes Erfolgserlebnis beschert. Denn was ist schlimmer als eine Anleitung, mit deren Hilfe ich es eben doch nicht schaffe, das neueste WordPress-Plugin oder die genialste Vertriebs-Maßnahme erfolgreich umzusetzen? Das erzeugt Frust.
Und weil der Mensch nunmal Mensch ist, gibt er die Schuld nicht der eigenen Unfähigkeit, sondern der Anleitung. Egal, wie fachmännisch sie geschrieben ist.

Wer es aber schafft, der verbindet auch seine Freude darüber mit der Anleitung –  und dem Autor. Und so erzeugt selbst trockene Materie positive Emotionen. Das ist ein Punkt, den man mit reiner Keyword-Optimierung aber niemals erreichen wird – eher im Gegenteil dem Content alles Lebendige nimmt.

Was heißt das nun alles zusammengefasst für Dich, Dein Content Marketing, Dein Storytelling?

1. Sei unverkrampft

Schreibe über etwas, was Du liebst, was Dich begeistert. Es gilt, Emotionen zu wecken. Das kann nur gelingen, wenn in dem Content selbst auch Emotionen stecken. Eine irgendwie zusammengeschusterte Infografik kann niemals so begeistern wie eine, in die der Erschaffer sein Herzblut fließen ließ.

2. Mut zur Polarisierung

Akzeptiere, dass Du niemals, niemals, niemals jeden erreichen kannst. Das ist ein Naturgesetz. Konzentrier Dich lieber darauf, diejenigen, die Du tatsächlich erreichen kannst, RICHTIG zu erreichen. Sie zu begeistern. Zu entflammen!

3. Vergiss den erhobenen Zeigefinger

Niemand wird gerne von oben herab belehrt. Aber jeder entdeckt gerne von selbst etwas, was ihn weiterbringt. Man könnte es die Kunst der unterschwelligen Botschaft nennen. Der verschiedenen Ebenen. Und wenn Du Content erschaffst, der Interpretationsspielraum zulässt, erreichst Du auch Menschen, die eigentlich gar nicht zur Kernzielgruppe gehören, weil sie etwas finden, entdecken. Und das, ohne die Kernzielgruppe zu vergraulen. Hätte Miller die Frauenbotschaft zu plakativ gewählt, wäre die Hälfte der Kernzielgruppe wahrscheinlich entsetzt der Leinwand ferngeblieben. So jedoch wurden die, die vielleicht eher zufällig in dem Film landeten oder als Begleitung mit ins Kino gingen, ganz nebenbei und überraschend „abgeholt“.

Natürlich muss Content strategisch geplant werden, natürlich muß er einen logischen Zweck erfüllen. Aber vor lauter Planen und Konzipieren wird das Herzblut, die Begeisterung, die positive Verrücktheit vergessen. Das aber ist – um beim Film zu bleiben – der Sprit, der den Motor erst zum laufen bringt. Sprit klingt ja sehr ähnlich wie Spirit. Und der wiederum sollte Deinen Content zum Laufen bringen. Genau darum geht es. Bewahre Dir Deinen Spirit und gönn es Deinem Content, ein bisschen MAD zu sein.

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